Umsetzung des konservierenden Ackerbaus in Baden-Württemberg : Ein Weg zur Reduktion der Nährstoff- und Pflanzenschutzmitteleinträge in Grund- und Oberflächengewässer
- Das Projekt „Konservierender Ackerbau“ wurde von 2013 bis 2019 auf zunächst 20, später 16 Standorten in Baden-Württemberg in einem On-Farm-Ansatz durchgeführt. Ziel war es, Zwischenfruchtanbau undDas Projekt „Konservierender Ackerbau“ wurde von 2013 bis 2019 auf zunächst 20, später 16 Standorten in Baden-Württemberg in einem On-Farm-Ansatz durchgeführt. Ziel war es, Zwischenfruchtanbau und minimale Bodenbearbeitung als zentrale Bestandteile des Konservierenden Ackerbaus unter den klimatischen Gegebenheiten und Standortvoraussetzungen Südwest-Deutschlands zu untersuchen. Hierzu wurden Feldversuche angelegt, bei denen die Wirkung von vielartigen Zwischenfruchtmischungen (mindestens fünf Arten) bei Mulch- und Direktsaat getestet wurden. Die Zwischenfruchtmischungen wurden jeweils so früh wie möglich nach der Ernte der Hauptfrucht gesät und wurden nach Möglichkeit über Winter stehen gelassen, um die Leistungen der Zwischenfrüchte für den Boden- und Wasserschutz so gut wie möglich zu nutzen. Zusätzlich zu den Feldversuchen wurden weitere begleitende Forschungsarbeiten zu Einzelaspekten des Zwischenfruchtanbaus bearbeitet, wie Unkrautkontrolle oder die Wirkung auf das Bodenleben und die P-Dynamik.
Insgesamt zeigte sich, dass Direktsaat im Mittel 11 % niedrigere Erträge zeitigte als Mulchsaat. Die zu Anfang formulierte Hypothese, dass Zwischenfrüchte infolge biologischer Lockerung, Verbesserung der Bodenstruktur, der Ausscheidung von Wurzelexsudaten und der Anreicherung des Bodens mit organischer Substanz zu einer verbesserten Ertragsbildung der Bestände in der Direktsaat führen würden, konnte nicht bestätigt werden. Auch in den Mulchsaatvarianten wurden keine Ertragssteigerungen infolge des Anbaus von Zwischenfruchtmischungen festgestellt.
Die Zwischenfruchtmischungen hatten positive Auswirkungen auf das Bodengefüge und das Bodenleben. Außerdem verringerten sie das Nitratauswaschungspotenzial über Winter. In Modellierungsstudien zeigte sich, dass Zwischenfrüchte ein erhebliches Potenzial zur Minderung von Erosion und Oberflächenabfluss haben können. Dieses kann größer sein als die Minderung durch die Umstellung des Bodenbearbeitungssystems von Mulchsaat zu Direktsaat.
Neben den untersuchten ökologischen Effekten von Zwischenfrüchten sind positive Effekte für die biologische Vielfalt sowie das Landschaftsbild zu erwarten. All diese Effekte begründen die finanzielle Förderung des Anbaus von Zwischenfruchtmischungen durch europäische Mittel bzw. Landesmittel, insbesondere vor dem Hintergrund des zu erwartenden Wegfalls von Glyphosat, welches ohne begleitende Bodenschutzmaßnahmen aller Voraussicht nach zu vermehrter Bodenbearbeitung führen wird.…





