Die Agenda 2000 im Rückblick - Prognosen, Befürchtungen und Realität
- Die Beschlüsse im Agrarbereich innerhalb der Agenda 2000 haben, wie in den einzelnen Kapiteln bewiesen wird, Veränderungen mit sich gebracht. Die Auswirkungen im Bereich der Veränderung der EinkommenDie Beschlüsse im Agrarbereich innerhalb der Agenda 2000 haben, wie in den einzelnen Kapiteln bewiesen wird, Veränderungen mit sich gebracht. Die Auswirkungen im Bereich der Veränderung der Einkommen und der Flächennutzung waren allerdings nicht so weit reichend, wie sie von den Institutionen und Interessengemeinschaften befürchtet wurden ( siehe Kapitel 7 ). Allerdings ist oft nur schwer nachvollziehbar, welche Auswirkungen direkt oder nur indirekt mit den Beschlüssen der Agenda 2000 zusammenhängen und eine genaue Prognose zukünftiger Situationen ist im Bereich der Landwirtschaft nur schwer möglich.Bei den Marktfruchtbetrieben konnte zum Beispiel eine Steigerung der Einkommen im langjährigen Schnitt beobachtet werden, obwohl die Verkaufserlöse für Getreide im langjährigen Schnitt der Jahre 1998 – 2003 um 40 Mio. Euro gefallen sind. Grund dafür ist, dass die Flächenzahlungen die Verluste durch den Preisrückgang bei Getreide und Ölsaaten mehr als abdecken. Die Getreidepreise sind also nicht so stark gefallen, wie erwartet. Das hängt zum Teil mit den steigenden Getreidepreisen auf dem Weltmarkt im Durchschnitt der Jahre 1999 bis 2003 zusammen.Die Einkommen der Futterbaubetriebe sanken leicht, was unter anderem mit der BSE-Krise und den damit verbundenen Preiseinbrüchen für Rind- und Kalbfleisch in den Jahren 2001 und 2002 in Verbindung gebracht werden kann. Die Verkaufserlöse für diese Erzeugnisse sanken jährlich im Durchschnitt um rund 69 Mio. Euro.Regionale Unterschiede, was die Einkommen der Betriebe betrifft, konnten in dieser Arbeit nicht berücksichtigt werden, da mit Durchschnittszahlen, die für das gesamte Bundesgebiet gelten, gerechnet wurde.Bei der Nutzung des Ackerlandes sind deutliche Unterschiede zu der Zeit vor der Einführung der Agenda 2000 zu erkennen. Innerhalb des Getreidebaus wurde verstärkt der intensivere Weizen-, Triticale- und Körnermaisanbau ausgeweitet und der extensivere Roggenanbau zurückgefahren. Das liegt an höheren Deckungsbeiträgen bei gleichen Flächenausgleichszahlungen, die für Weizen, Triticale und Körnermais zu erzielen sind. Als negativ zu bewerten ist der Rückgang der bewirtschafteten Dauergrünlandflächen um 3,7 %. Dieser Rückgang dürfte mit der Aufgabe der Grünlandbewirtschaftung in benachteiligten Gebieten in Verbindung stehen. In den Höhenlagen einiger Mittelgebirgsregionen ist diese Entwicklung bereits zu beobachten. Gerade in diesen Regionen, welche oft sehr stark vom Fremdenverkehr abhängen, ist der Erhalt der Kulturlandschaft von zentraler Bedeutung. Eine kommunale Pflege dieser Flächen wäre für die Gemeinden nicht finanzierbar. Andererseits darf die Versiegelung von Flächen durch Straßen- und Gebäudebau an dieser Stelle nicht vernachlässigt werden, welche ebenfalls ihren Beitrag zum Rückgang der landwirtschaftlich genutzten Flächen leistet.Ebenfalls negativ ist die Entwicklung des Arbeitskräfteeinsatzes landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland. Insgesamt waren in der Landwirtschaft im Jahr 2003 120000 Personen weniger beschäftigt als im Jahr 1999. Gerade in Zeiten mit hoher Arbeitslosigkeit ( 5,2 Mio. Arbeitslose im Januar 2005 ) sind solche Entwicklungen als bedenklich einzustufen.Als Fazit aus dieser Arbeit kann ein altes Sprichwort hilfreich sein. „Es wird nicht alles so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird“, sagt es uns.…


| Author: | Jürgen König |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:bsz:950-opus-5122 |
| Advisor: | Reiner Mohn |
| Document Type: | Master's Thesis |
| Language: | German |
| Date of Publication (online): | 2006/06/06 |
| Publishing Institution: | Hochschule Nürtingen-Geislingen |
| Release Date: | 2006/06/06 |
| GND Keyword: | Agenda 2000 |
| Institutes: | Fakultät Agrarwirtschaft, Volkswirtschaft und Management / Agrarwirtschaft (AW), Diplom/Bachelor |
| DDC-Class: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 630 Landwirtschaft, Veterinärmedizin |


