Das neue Entgeltrahmenabkommen der Metall- und Elektroindustrie, dargestellt am Beispiel der ThyssenKrupp Präzisionsschmiede GmbH
- Das neue Entgeltrahmenabkommen der Metall- und Elektroindustrie,dargestellt am Beispiel der ThyssenKrupp Präzisionsschmiede GmbH"Arbeiter verdienen Lohn, Angestellte verdienen Gehalt - das sind überDas neue Entgeltrahmenabkommen der Metall- und Elektroindustrie,dargestellt am Beispiel der ThyssenKrupp Präzisionsschmiede GmbH"Arbeiter verdienen Lohn, Angestellte verdienen Gehalt - das sind über 100 Jahre Tariftradition."Das neue Entgeltrahmenabkommen oder auch Entgeltrahmentarifvertrag kurz ERA genannt,wird nun – so haben es die Tarifvertragsparteien vereinbart – mit dieser Zweiklasseneinteilungbrechen. Das neue Regelwerk sieht vor, Arbeiter und Angestellte mit einer ähnlichenQualifizierung gleich zu bezahlen. Benachteiligt waren bisher vor allem Facharbeiter, diedeutlich weniger verdienten als tarifliche Angestellte mit vergleichbaren Anforderungen. DieUngleichbehandlung von Beschäftigtengruppen stammt aus den 60er und 70er Jahren. Seitdemhat sich die Arbeitswelt stark verändert. Die früher klar getrennten Aufgaben von Angestelltenund Arbeitern vermischen sich immer mehr. Dieser Wandel führte dazu, dass die bestehendenEntgeltstrukturen zu wenig flexibel und nicht mehr zeitgemäß sind. Dadurch ist dasProblem aufgetreten, dass der Zusammenhang zwischen Anforderungsniveau der Arbeitsaufgabenund Bezahlung zunehmend verloren gegangen ist. Die Forderung der Unternehmennach einem gerechteren und einfacheren Regelwerk wurde immer stärker. Am 18. Dezember2003 war es im Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen soweit, das Verhandlungsergebnis desEntgeltrahmenabkommens wurde abgeschlossen.Es standen bei dem neuen Tarifvertrag zwei Ziele im Vordergrund. Zum einen die Berücksichtigungzeitgemäßer Arbeitsinhalte im neuen tariflichen Regelwerk, zum anderen dieZusammenführung der bisher drei getrennten Arbeitnehmerkategorien Arbeiter, Angestellteund Meister zu einem einheitlichen Arbeitnehmerbegriff.Die Tarifvertragsparteien haben beschlossen, dass ERA nicht zu einem bestimmten Zeitpunktin den Unternehmen eingeführt werden muss. Stattdessen können sie den Zeitpunkt innerhalbeines 4-jährigen Einführungszeitraumes selbst bestimmen. Seit dem 01.03.2004 hat die ERAVorbereitungszeitbegonnen, in der die Unternehmen angehalten sind, die notwendigenVoraussetzungen für die ERA-Einführung zu schaffen. Die tarifliche Einführungsphase beginntam 01.03.2005 und endet am 28.02.2009. Innerhalb dieser Zeitspanne ist in allen tarifgebundenenUnternehmen das Entgeltrahmenabkommen einzuführen.Die ERA-Einführung beinhaltet eine Neubewertung aller Arbeitsplätze in den Unternehmen.Bisher waren summarische Arbeitsbewertungsverfahren tarifvertraglicher Standard. NachERA § 3 wurde nun das neue Punktbewertungsverfahren entwickelt, das sowohl summarischeals auch analytische Elemente enthält. Die Anforderungen der Aufgaben werden dabei anhandvon vier Anforderungsmerkmalen gemessen. Durch die Neubewertung der Arbeitsplätze kannes zu Auf- und Abgruppierungen im Vergleich zum bisherigen Entgelt kommen.Eine wesentliche Voraussetzung für das Zustandekommen von ERA ist die tarifliche undbetriebliche Kostenneutralität. Um die Kosten, die durch das neue Entgeltrahmenabkommenentstehen, zu ermitteln, wurde eine Kostenrechnung auf Basis von Modellbetrieben durchgeführt.Die Auswertung der Ergebnisse ergab eine Kostenbelastung von + 2,79 %. Ausdiesem Grund wurde ein besonderer Mechanismus zur Absenkung der Entgeltkurve um 2,79% vereinbart, um so die Kostenneutralität zu verwirklichen.Abschließend kann festgehalten werden, dass ERA eine historische Chance bietet, Sündenund Fehlentwicklungen in der Entgeltpolitik der Vergangenheit auszuräumen, die Entgeltbestimmungenzu vereinfachen und die verloren gegangene Balance zwischen Anforderungender Aufgaben und Bezahlung wieder herzustellen.…


- The new "Entgeltrahmenabkommen" in the Metalworking and Electrical Industry as exemplified by the ThyssenKrupp Präzisionsschmiede GmbH "Arbeiter verdienen Lohn, Angestellte verdienen Gehalt - das sindThe new "Entgeltrahmenabkommen" in the Metalworking and Electrical Industry as exemplified by the ThyssenKrupp Präzisionsschmiede GmbH "Arbeiter verdienen Lohn, Angestellte verdienen Gehalt - das sind über 100 Jahre Tariftradition." (Blue-collar workers get wages, white-collar employees earn a salary, this is a more than onehundred year old tradition of pay scales). The "Entgeltrahmenabkommen" or "Entgeltrahmentarifvertrag" (ERA) is now about to break with this two-class system - that is what the parties of this new pay agreement have settled on. The new body of rules provides for a similar payment of workers and employees with similar qualifications. Those who suffered disadvantages up to this time were primarily skilled workers who earned less than salaried employees with comparable skills. This dissimilar treatment dates back to the 1960s and 1970s. Since that time the working situation has changed immensely. Hitherto clearly divided job demands on workers and employees merge further and further. This process has led to the effect that existing payment structures have become too inflexible and are no longer up-to-date. This is how the problem has arisen that the connection between qualifications needed for a job and corresponding payment has gradually become lost. The businesses' call for a more transparent, fairer and better adjusted body of rules and regulations became more and more urgent. On December 18th 2003 finally, in the collective bargaining area of North Rhine- Westphalia, the call was answered and a settlement in the form of the ERA was reached. This settlement centred on two major aims. On the one hand particular attention was given to the fact that job descriptions in the pay agreement were better adjusted to the current work situation. On the other hand the separate categories "Arbeiter" (workers), "Angestellte" (employees) and "Meister" (foreman) were to be subsumed under the encompassing term of "Arbeitnehmer" (employee).The parties of the agreement provided that the ERA did not have to be introduced by the different companies at a certain date. A period of time was agreed on instead. On March 1st 2004 preparation time of the ERA started, in which time the necessary requirements for the introduction of the ERA were to be established. The introductory phase of the new pay rates started on March 1st 2005 and ends on February 28th 2009. Within this span of time the ERA has to be introduced. The introduction encompasses a new assessment of all jobs within a company. So far summary procedures of job assessment have usually been used. According to Art. 3 of the ERA, a point evaluation system was developed, which includes both summary as well as analytical elements. According to this system the qualifications needed for the different jobs are measured by four characteristics of qualification. Due to this new assessment the different employees may be grouped in a higher or lower pay group as compared to their present one. Pre-requisite to the introduction of the ERA was securing the operational neutrality of costs. The comparison of costs, however, amounted to the result that the introduction of the ERA would cause an additional charge of 2.79%. For this reason, a particular mechanism to decrease the pay curve was agreed on that would lead to the neutrality of costs. Finally, it may be concluded that the introduction of the ERA provides companies with a historic chance to clear out their sins of past payment politics, to simplify the regulations of payment and to restore the partly lost balance between payment and qualifications.…


| Author: | Nicole Kröger |
|---|---|
| URN: | urn:nbn:de:bsz:950-opus-3920 |
| Advisor: | Rolf Knoblauch |
| Document Type: | Master's Thesis |
| Language: | German |
| Date of Publication (online): | 2006/05/23 |
| Publishing Institution: | Hochschule Nürtingen-Geislingen |
| Release Date: | 2006/05/23 |
| GND Keyword: | Entgeltsystem; Metallarbeiter |
| Institutes: | Fakultät Betriebswirtschaft und Internationale Finanzen / Betriebswirtschaft Nürtingen (BW), Diplom/Bachelor |
| DDC-Class: | 300 Sozialwissenschaften / 330 Wirtschaft |


